Please reload

Aktuelle Einträge

Im ersten Teil des Artikels haben wir uns der Luftfeuchtigkeit gewidmet und wie diese das Raumklima und Schimmelwachstum abhängig von der Temperatur b...

Plötzlich Schimmel: “Wenn Feuchtigkeit zu einem Problem wird” - Teil 2: Warum jetzt, und früher nicht?

August 9, 2018

1/6
Please reload

Empfohlene Einträge

Was tun als Mieter bei Schimmelbefall?

May 3, 2018

Neubauten und sanierte Altbauten sind heutzutage stets sehr gut isoliert. Was energetisch betrachtet sinnvoll ist, erweist sich für Schimmelbefall jedoch zunehmend als Problem. Kann die Feuchtigkeit im Raum nicht durch natürlichen Luftaustausch entweichen, entstehen schnell optimale Wachstumsbedingungen für Schimmel. Besonders problematisch sind die ersten 18 bis 24 Monate nach Neubau und Sanierung, da in dieser Zeit zusätzlich zu der vom Mensch erzeugten Feuchtigkeit die Baufeuchtigkeit entweichen muss. Vermehrtes und regelmäßiges Stoßlüften ist besonders in dieser Zeit unumgänglich.

 

In einem Vermieter-Mieter-Verhältnis entsteht sehr häufig Streit darüber, was den Schimmel verursacht hat und wer demgemäß die Kosten für die Behebung des Schadens zu tragen hat, ob die Miete gemindert werden kann oder umgekehrt dem Vermieter gar ein Kündigungsrecht zusteht. 4,5 Millionen Mieter mindern jährlich in Deutschland ihre Miete, 39% davon wegen Schimmel, wobei nicht all diese Mietminderungen berechtigt sind und vor Gericht Bestand haben, denn die Ursachen sind vielfältig.

 

Feuchtigkeitserscheinungen in der Wohnung stellen grundsätzlich einen Sachmangel dar (OLG Celle WuM 1985, 9). Ist der Schimmelbefall durch den Zustand der baulichen Substanz bedingt (etwa Wärmebrücken, mangelhafte Isolierung an einer bestimmten Stelle, Risse im Mauerwerk), ist eine Mietminderung in der Regel berechtigt. Entsteht der Schimmel hingegen durch falsches Heiz-/Lüftungsverhalten des Mieters, ist die Minderung der Miete meist ausgeschlossen. Häufig liegen den Gerichten Sachverhalte vor, bei denen die Ursachen kombiniert vorliegen, so dass sich der Mieter ein Mitverschulden anrechnen lassen muss (LG Berlin GE 2009, 1125).

 

Dem Mieter obliegt grundsätzlich eine Obhutspflicht. Er muss sich so verhalten, dass Feuchtigkeitsschäden möglichst vermieden werden, wobei sein Verhalten an der Sorgfalt in eigenen Angelegenheiten zu bemessen ist. Die Zumutbarkeit spielt dabei stets eine Rolle wobei der Mieter seine Lüftungsgewohnheiten jedoch auf die Wohnung und seine individuelle Nutzung ausrichten muss. Einige Beispiele aus der Rechtsprechung: Das LG Hannover (WuM 1985, 22) und das AG Bremerhaven (WuM 1985, 23) verpflichteten einen Mieter, drei- bis viermal am Tag für zehn Minuten stoßzulüften. Zwar könne vom Mieter nicht verlangt werden, dass er ständig die Fenster öffnet (LG München WuM 1985, 26) oder übermäßige Wärmeverluste in Kauf nimmt (AG Dortmund WuM 1985, 259). Nach dem OLG Frankfurt (NZM 2001, 39) ist es dem Mieter gegenüber jedoch zumutbar, zweimal morgens und einmal abends querzulüften.

 

Neben den Feuchtigkeitswerten spielt die Raumtemperatur eine Rolle für Schimmelbildung. Je geringer die Raumtemperatur, desto weniger Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen und desto mehr Feuchtigkeit setzt sich in der Umgebung ab. Nach der Rechtsprechung hat der Mieter zum Schutz der Bausubstanz des Vermieters in den Wohnräumen daher in der Regel eine Temperatur von etwa 18 bis 20°C vorzuhalten (LG Braunschweig WuM 1985, 26). Allerdings kann der Mieter nicht verpflichtet werden, durch übermäßiges Heizen einen Baumangel auszugleichen (LG Braunschweig WuM 1998, 250).

 

 

Beanstandet der Mieter Schimmelbildung, muss er den Mangel beweisen. Bestreitet der Vermieter die Mietminderungsforderung des Mieters, muss er beweisen, dass keine Baumängel vorliegen und die unzureichende Lüftung Ursache der Feuchtigkeits- und Schimmelbildung ist (LG Berlin ZMR 2002, 49) und die Feuchtigkeitsbildung nicht aus seinem Verantwortungsbereich stammt (LG Hamburg WuM 2010, 28). Umgekehrt muss der Mieter beweisen, wie er geheizt und gelüftet hat und dass sein Wohlverhalten keinen Einfluss auf die Schimmelbildung hatte (LG Berlin WuM 1987, 213, LG Braunschweig ZMR 2002, 916). Häufig werden im Laufe eines Rechtsstreits zur Ursachenfindung Temperatur- und Feuchtigkeitsmessgeräte in der Wohnung angebracht, welche der Mieter zu dulden hat (LG Augsburg WuM 2008, 301).

 

Feststeht also nur: Die Rechtsprechung ist uneinheitlich, da stark einzelfallabhängig. Was die Streitwerte angeht, sind die stets anfallenden Prozesskosten inklusive Kosten für Gutachten und während der Dauer des Rechtsstreits weiter wachsender Schimmel und damit einhergehend wachsende Beseitigungskosten die wenig erquickliche Begleiterscheinungen eines jeden Rechtsstreits.

 

So gilt mal wieder: Vorbeugen ist die beste Medizin: Intelligente Sensorik kombiniert mit einer nutzerfreundlichen App senkt das Schimmelrisiko deutlich und hilft Streit und Kosten zu vermeiden: Die Rysta Schimmel Guard Sensoren werden bei Einzug in den Räumen installiert und der Mieter kann über die App die Raumklimadaten (Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur) einsehen und wird mittels Ampellogik darauf hingewiesen, wann und wie lange gelüftet werden muss. Mittels dieser Daten ist der Mieter nicht nur in der Lage, ein gutes Wohnklima zu schaffen, sondern kann auch dem Vermieter nachweisen, dass Schimmel - so er jemals dennoch entsteht - in den Verantwortungsbereich des Vermieters fällt. Schnelle Abhilfe ohne Rechtsstreit ist dann das Worst Case Szenario.

 

Please reload

Schlagwörter