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Im ersten Teil des Artikels haben wir uns der Luftfeuchtigkeit gewidmet und wie diese das Raumklima und Schimmelwachstum abhängig von der Temperatur b...

Plötzlich Schimmel: “Wenn Feuchtigkeit zu einem Problem wird” - Teil 2: Warum jetzt, und früher nicht?

August 9, 2018

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Plötzlich Schimmel: “Wenn Feuchtigkeit zu einem Problem wird” - Teil 1: Eimer aus Luft - Was ist Luftfeuchtigkeit?

June 14, 2018

So mancher Mieter ist sehr verwundert beim ersten Blick auf die heimische Wand mit Schimmel. Nicht selten lebt der Mieter bereits seit Jahren in derselben Wohnung, ohne zuvor diesem ungeliebten Wohngenossen begegnet zu sein. Wie kann es sein, dass nun plötzlich der Schimmel auftritt? Viele wissen, dass Feuchtigkeit und Schimmel zusammenhängen - aber woher kommt dann die Feuchtigkeit?

In diesem Artikel möchte Ich versuchen möglichst kurz ein rudimentäres Verständnis für die “Physik” der Feuchtigkeit zu geben und wieso plötzlich der Schimmel als neues Problem auftaucht. Dabei werde ich keine Formeln, sondern möglichst bildhafte Erklärungen verwenden. Experten des Themas mögen mir die dadurch entstehenden Ungenauigkeiten nachsehen.

 

Luft ist eine Mischung vieler Gase, unter anderem auch bestehend aus Wasserdampf. Aber Luft kann dabei nur eine bestimmte Menge Wasser aufnehmen, wie ein Eimer. Daher stellen wir uns nun die heimische Luft vereinfacht nur noch als einen Eimer vor. Wenn sie sich nicht gerade in einem warmen Dampfbad befinden, dann befindet sich in der Regel immer noch etwas Platz im Eimer, sogar eine ganze Menge. Dadurch verschwindet der Wasserdampf aus dem heimischen Kochtopf auch meist rückstandslos in der umgebenden Luft.

 

 

Was wir als (relative) Luftfeuchtigkeit bezeichnen ist nichts anderes als der Füllstand des Eimers. Ist der Eimer zu 50% gefüllt, reden wir von einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50%. Dieser Eimer hat allerdings eine besondere Eigenschaft. Bei einer Temperaturänderung ändert dieser Eimer seine Größe. Bei einer Abkühlung des Eimers von 30°C auf 20°C halbiert sich die Größe des Eimers. Die Menge Wasser im Eimer ist konstant, der Eimer ist allerdings geschrumpft und erreicht so einen Füllstand von 93%. Der Eimer könnte durch weitere Abkühlung auch plötzlich zu klein sein und das Wasser würde schlicht überlaufen. Dies bezeichnen wir dann als Kondensation. Diese Kondensation sorgt dafür, dass der Spiegel im Bad oder das Fenster im Flur beschlägt.

 

 

 

 

 Nun habe ich ja gerade noch behauptet, dass in der Raumluft in der Regel immer Platz für Wasser ist und nur selten haben wir zu Hause eine Temperaturänderung von 10°C, warum also sollte eine Kondensation stattfinden?

Das Problem ist, dass die Temperatur im Eigenheim nicht überall gleich verteilt ist. Gerade im Winter kühlen Fenster und Wände ab und können im Vergleich zur Raumtemperatur bis zu 5°C-10°C kühler sein. Der vorgestellte Eimer “schrumpft” an diesen Oberflächen, ist plötzlich zu klein für die Wassermenge und es kommt zur Kondensation, obwohl im sonstigen Raum noch alles in Ordnung ist. Dadurch tritt das Schimmel- und Feuchtigkeitsproblem vor allem in den kalten Wintermonaten auf.


Wichtig zu merken: Gerade im Winter kann die Raumluft kondensieren und tut dies an der kältesten Stelle im Raum, weil die Luft hier abkühlt und weniger Wasser tragen kann. Im ungünstigsten Falle passiert dies an der Wand. Dabei muss es nicht einmal zur sichtbaren Kondensation kommen. Es reicht schon eine Feuchtigkeit von 80% an der Wand, um Schimmelwachstum zu ermöglichen.

Im nächsten Teil der Reihe werden wir uns damit beschäftigen, warum dieser einfache Zusammenhang zwischen Temperatur und Feuchtigkeit (unser Eimer) dazu führen kann, dass Schimmel auch erst nach Jahren in einer Wohnung neu auftreten kann und was wir dann tun können und sollten.

 

 

 

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