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Im ersten Teil des Artikels haben wir uns der Luftfeuchtigkeit gewidmet und wie diese das Raumklima und Schimmelwachstum abhängig von der Temperatur b...

Plötzlich Schimmel: “Wenn Feuchtigkeit zu einem Problem wird” - Teil 2: Warum jetzt, und früher nicht?

August 9, 2018

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Schimmel in der Mietwohnung - wenn einfaches Lüften nicht reicht

November 15, 2018

 

 

Es ist ein Problem, das viele betrifft: Schimmel in den eigenen vier Wänden. Unzählige Urteile belegen ein immer wiederkehrendes Streitthema zwischen Vermieter und Mieter, nämlich die Frage nach dem Verursacher des Schimmels.  

 

Bekanntlich gehört zur erfolgreichen Vermeidung der Schimmelbildung regelmäßiges Lüften und Heizen der Wohnräume, diese Pflichten treffen den Mieter im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht. Aber – was versteht man unter „regelmäßig“? Und darf der Vermieter gar vorschreiben, wo der Mieter seine Möbel hinstellen darf und wo nicht? Und was passiert, wenn der Mieter lüftet, sich aber trotzdem Schimmel bildet?

 

Interessant ist hier ein Urteil des Aachener Landgerichts (LG Aachen, Az. 2 S 327/14). Dieses hatte über folgenden Sachverhalt zu entscheiden:

 

In einer Mietwohnung kam es im Schlafzimmer zu Schimmelbildung. Ein Sachverständiger kam zu dem Ergebnis, dass der Schimmel durch die Möblierung der Außenwand des Schlafzimmers hervorgerufen wurde. Durch das an der Wand stehende Möbelstück sei es zu einer Absenkung der Temperatur an dieser Stelle und dadurch zur Bildung von Feuchtigkeit und somit zu der Schimmelbildung gekommen. Hätte der Mieter etwa drei- bis viermal täglich gelüftet und mehr geheizt, hätte sich die Schimmelbildung vermeiden lassen.  

 

Der Vermieter machte den Mieter für den Schaden verantwortlich und verlangte Schadensersatz. Das Gericht gab dem Vermieter jedoch nicht Recht. Vielmehr führte es aus, dass eine Mietwohnung als mangelhaft gelte, wenn zur Vermeidung von Schimmel täglich drei- bis viermal gelüftet und zusätzlich geheizt werden muss: Besteht ein erhöhter Lüftungs- und Heizbedarf, muss der Vermieter hierauf hinweisen.

 

Interessant ist die Entscheidung auch im Hinblick darauf, dass das Gericht es als vertragsgemäßen Gebrauch einer Wohnung einordnete, dass der Mieter die Möbel an jedem beliebigen Platz in seiner Wohnung aufstellen darf. Führt das Aufstellen an einer Außenwand zu einer erhöhten Schimmelgefahr, stellt dies einen Mangel der Mietwohnung dar, welchen der Mieter nicht zu verantworten hat. Der Vermieter kann beispielsweise nicht verlangen, dass Möbelstücke von der Wand abzurücken sind oder an einzelnen Wänden überhaupt nicht aufgestellt werden dürfen.

 

Ein weiteres interessantes Urteil wurde vom Landgericht Gießen (LG Gießen Az. 1 S 199/13) gefällt. Auch hier bildete sich Schimmel innerhalb der Räumlichkeiten einer Mietwohnung. Nach der Einschätzung eines Sachverständigen war die Ursache hierfür der Einbau neuer Fenster mit Isolierglas, welche ein besonderes Wohn- und Lüftungsverhalten erfordern. Hierauf muss der Vermieter den Mieter gesondert hinweisen.

 

Das bedeutet, dass Eigentümer, die ihre Mieträume mit modernen, dicht schließenden Fenstern ausstatten, dazu verpflichtet sind, erforderliche Maßnahmen gegen die Feuchtigkeit zu treffen beziehungsweise ihre Mieter auf gesonderte Lüftungs- und Wohnanforderungen hinzuweisen. Geschieht dies nicht, kann dem Mieter die Schimmelbildung nicht angelastet werden und der Vermieter trägt die Kosten für die Entfernung.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Vermieter die Verpflichtung hat, den Mieter präzise und detailreich über ein besonderes Lüftungs- und Heizungsverhalten aufzuklären. Tut er das nicht und es bildet sich Schimmel, ist er dafür – unabhängig vom Lüftungsverhalten des Mieters – verantwortlich zu machen.

 

Aber Vorsicht: Hinsichtlich dessen, was im Bezug auf das Lüften noch als zumutbar gilt, bestehen unterschiedliche Auffassungen. Die Gerichte tendieren dazu, die Pflicht, drei- bis viermal pro Tag zu lüften, als zulässig anzusehen (so etwa das Landgericht Frankfurt a.M.).

 

Pauschal „x-mal am Tag“ zu lüften ist aber noch nicht gleichbedeutend mit „richtigem Lüften“, sondern eher ein Versuch der Vermieter und Gerichte, dem Mieter etwas vorzugeben, was helfen kann und besser ist als nicht zu lüften. Die Häufigkeit des Lüftens ist jedoch von der Feuchtigkeit der Baumaterialien, der vom Menschen produzierten Feuchtigkeit und von der Außentemperatur abhängig. Ein Blick in den Mietvertrag hilft also allenfalls, um brav Pflichten zu erfüllen - manchmal gar zu oft zu lüften -, wirklich wirksam Schimmel lässt sich so jedoch nicht verhindern.

 

Unterstützung dafür erhalten Sie vielmehr durch das Anbringen von Sensoren, welche die Temperatur und Feuchtigkeit in den Räumen messen und mittels eines für die Schimmelprävention entwickelten Algorithmus, der die Schimmelgefahr berechnet. Das Schimmelrisiko und wann wie dringend gelüftet werden muss, wird Ihnen in einer dazugehörigen App angezeigt. So erhalten Sie Unterstützung dabei, ein optimales Raumklima zu schaffen und Schimmel und Streit zu vermeiden.


 

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