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Im ersten Teil des Artikels haben wir uns der Luftfeuchtigkeit gewidmet und wie diese das Raumklima und Schimmelwachstum abhängig von der Temperatur b...

Plötzlich Schimmel: “Wenn Feuchtigkeit zu einem Problem wird” - Teil 2: Warum jetzt, und früher nicht?

August 9, 2018

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Richtig Heizen leicht gemacht!

November 29, 2018

Es war ein spektakulärer Sommer in Deutschland, aber auch der schönste Sommer hat einmal ein Ende. Inzwischen ist der Herbst voll im Gange, der Winter naht und es ist knackig kalt. Da kommt man durchgefroren nach Hause und dreht mit steifen Fingern das Thermostat der Heizung auf 5, damit es möglichst schnell warm wird. Aber – bringt das die gewünschte schnelle Wärme?!

 

Wir klären auf über die größten Irrtümer beim Heizen und geben Tipps, wie Sie Geld und Energie sparen können!

 

 1. Wird die Heizung schneller warm, wenn ich das Thermostat voll aufdrehe?

 

Kurz gesagt: nein. Ein Thermostat ist kein Wasserhahn. Im Gegensatz zum Wasserhahn regelt man am Heizkörper nämlich nicht das Verhältnis von warmem zu kaltem Wasser, sondern stellt bloß die gewünschte Solltemperatur für das Zimmer ein.

 

Die Wärmezufuhr zum Heizkörper wird über einen Temperaturfühler im Thermostatkopf gesteuert, der abhängig von der Raumtemperatur das Ventil für das Heizwasser öffnet oder schließt. So steht zum Beispiel Stufe 3 der fünfstufigen Zahlenskala am Thermostatkopf für eine gewünschte Temperatur von 20 bis 21 Grad.

 

Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, verschließt ein Ventil die Wasserzufuhr im Heizkörper. Die Temperatur des Wassers, das durch den Heizkörper fließt, ist davon unabhängig. Das heißt, dass bei einem Heizungsregler auf höchster Stufe lediglich das Ventil später schließt, als bei einer niedrigeren Stufe. Man heizt also bei einem auf der höchsten Stufe eingestelltem Thermostat nicht schneller, sondern nur länger und verbraucht dementsprechend mehr Energie.

 

2. Heizung aus, wenn keiner zu Hause ist?

 

Es leuchtet ein, dass die eigenen vier Wände nicht mollig warm bleiben müssen, wenn keiner zu Hause ist. Dennoch sollte man darauf achten, dass die Räume nicht zu stark auskühlen, möglichst nicht auf weniger als 16 Grad. Der Energieaufwand, der benötigt wird, um stark abgekühlte Räume wieder aufzuheizen, ist wesentlich höher, als eine gewisse Mindesttemperatur zu halten. Außerdem steigt das Schimmelrisiko bei zu stark ausgekühlten Räumen. Die kalte Luft nimmt die Feuchtigkeit weniger gut auf, so dass die Wände feucht werden. Gerade in Altbauten mit großer Außenwand sollte man daher die Heizung niemals für längere Zeit abdrehen, wenn draußen die Kälte klirrt. 

 

3. Sorgen Fenster „auf Kipp“ für gute Luft?

 

Ein Luftaustausch findet bei Kipplüftung so gut wie nicht statt, stattdessen wird viel Wärme und Energie verschwendet. Dazu sorgt ein gekipptes Fenster für das Auskühlen des Mauerwerks um das Fenster herum, was wiederum zu einer Schimmelbildung führen kann. Empfohlen wird das sog. Stoßlüften, dabei werden die Fenster für ca. 5 Minuten weit geöffnet und für Durchzug gesorgt. Dabei sollten jedoch die Heizkörperventile geschlossen werden, um einen Wärmeverlust zu vermeiden.

 

4. Reicht es, die Heizung auf Frostschutz zu stellen, wenn man länger abwesend ist?

 

Stellt man sämtliche Regler an den Heizkörpern auf Frostschutz (Symbol Schneeflocke) und fährt dann in den Winterurlaub, kann einen das teuer zu stehen kommen. Denn diese Einstellung verhindert nur, dass der jeweilige Heizkörper einfriert. Es wird jedoch nicht verhindert, dass die Leitungen – insbesondere an Außenwänden – stark abkühlen. Kommt es dann zum Rohrbruch, weil bei Dauerfrost die Leitungen eingefroren sind, ist der Schaden und der Ärger groß!

 

5. Können nicht beheizte Räume über offene Türen mitgeheizt werden?

 

Auch hier ist Vorsicht geboten, wie so oft droht Schimmelbildung! Wird zum Beispiel das weniger geheizte Schlaf-, Gäste- oder Arbeitszimmer durch die Warmluft der restlichen Räume mitgeheizt, besteht diese Gefahr. Denn durch die offene Tür gelangt wärmere, aber auch feuchtere Luft in die jeweiligen Zimmer. Kühlt diese dann ab, kann die Feuchtigkeit in die Wände ziehen und es bildet sich Schimmel.

 

6. Halten Vorhänge und geschlossene Rollläden die Räume warm?

 

Vorhänge bringen in punkto Wärme nichts. Im Gegenteil: wird das Thermostat der Heizung durch Gardinen verdeckt, entsteht ein Wärmestau und das Ventil wird geschlossen, bevor der gesamte Raum die gewünschte Temperatur erreicht hat.

Heruntergelassene Rollläden hingegen haben einen positiven Effekt. Gerade in älteren Gebäuden sind Fenster und Türen energie- und wärmedurchlässig. Werden sie durch Rollläden verdeckt, kann die warme Luft nicht entweichen.

 

7. Welche Temperatur für welchen Raum?

 

Pauschal lässt sich sagen, dass man für jeden Grad weniger ungefähr 6 % der Heizkosten einspart. Daher ist es wichtig, die Räume nicht unnötig und übermäßig zu heizen.

 

Um es im Wohn- und Essbereich angenehm warm zu haben, reichen 20-22 Grad. Die ideale Raumtemperatur im Schlafzimmer liegt bei 16-18 Grad. In der Küche liegt die empfohlene Raumtemperatur bei 18 Grad. Der Ofen, der Herd, die Spülmaschine und andere Küchengeräte heizen diesen Raum durch ihren Betrieb von ganz allein auf.

 

Im Badezimmer liegt die optimale Raumtemperatur aufgrund des erhöhten Wärmebedürfnisses bei ca. 22 Grad. Durch warmes Duschen und Baden ist in diesem Raum die Luftfeuchtigkeit erhöht, weshalb hier ganz besonders auf eine ausreichende Belüftung zu achten ist. Sonst droht, wie so oft, der Schimmel.

 

Fazit:

 

Beachtet man ein paar grundlegende Dinge, spart man Energie und Kosten. Immens wichtig ist es aber, nicht nur auf das richtige Heizen, sondern auch bei kalten Außentemperaturen auf das richtige Lüften zu achten, um einer Schimmelbildung entgegenzuwirken.

 

Hierbei bietet auch das Anbringen von speziell entwickelten Sensoren Unterstützung. Diese messen die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit und berechnen anhand eines speziell für die Schimmelprävention entwickelten Algorithmus das Schimmelrisiko. Eine App gibt Ihnen Hinweise, wann gelüftet werden muss und warnt, wenn ein kritisches Raumklima vorherrscht.   

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